
Dieprivier (A01) - Webcam images and video
Videobeweise, wie vom Fußball bekannt, ermöglichen es, die Zeitabläufe und Prozesse an Feenkreisen direkt zu beobachten, ohne selber in die Namib zu reisen. Für diesen Zweck wurden an mehreren Orten und Positionen Webcams installiert, die an jedem Tag gegen Mittag und erneut um ca. 16h am Nachmittag Fotos von Feenkreisen aufgenommen haben. In der Zusammenstellung aller dieser Einzelaufnahmen ergibt sich im Video ein Gesamteindruck des Zeitablaufs des Vegetationszustandes sowie der Tierspuren während der saisonalen Prozesse nach einem Regenereignis, in den Feenkreisen und im angrenzenden Grasland. Die Videos und weiteres Material können hier heruntergeladen werden. Zwei der drei Videos wurden in einem Jahr nach einer ausgeprägten Dürre aufgenommen, durch die sämtliche alten Graspflanzen auch außerhalb der Feenkreise abgestorben waren. Diese zwei Videos widerlegen die unkorrekte Hypothese, nach der ältere Grashorste außerhalb der Feenkreise mit ihren Wurzeln erneut austreiben und das Wasser aus dem Boden abziehen und dadurch die Feenkreise erzeugen.
Videobeweis 1 zeigt Keimung und Absterben der Gräser im Feenkreis F99 am Dieprivier-Observatorium, ausgelöst durch einen Regen von 14 mm am 2. Januar 2021. Eine schwere Dürre in den Jahren 2019 und 2020 ließ alle Gräser in der Landschaft absterben. Anfang 2021 gab es rund um den Feenkreis keine überlebenden alten Graspflanzen (siehe Foto mit Kameraposition), die mit ihren Wurzeln Wasser aufnehmen könnten, wie es die Selbstregulierungshypothese postuliert. Die vier Reste von abgestorbenen Grasbüscheln oben links sind Teil des ehemaligen Vegetationsgürtels langlebiger Gräser (auch Luxusgürtel oder Perennierender Gürtel genannt), der den Feenkreis 2018 und 2019 umgeben hatte. Der untere Teil der fotografierten Fläche bildet einen Teil der kahlen Kreisfläche des Feenkreises ab, vom Zentrum (unten) bis umgebenden Luxusgürtel. Der Bereich oben rechts liegt außerhalb des Feenkreises und gehört zum umgebenden Grasland (Matrix), in dem die Graspflanzen nicht abgetötet werden.
Das Video zeigt, dass ab dem 6. Januar Gräser und einige Nicht-Grasarten innerhalb der zukünftigen kahlen Fläche gut keimen. Ab dem 1. Februar sterben die Gräser in der Mitte ab (siehe Zeittabelle). Anschließend schreitet das Absterben nach außen hin fort, bis Ende Februar alle Gräser in der kahlen Fläche tot sind. Offensichtlich verbirgt sich im Boden unter der kahlen Fläche eine Kraft, die die Gräser abtötet, und zwar von der Mitte ausgehend, also dem Bereich mit der höchsten Bodenfeuchtigkeit.
Videobeweis 2 zeigt Keimung und Absterben der Gräser im Feenkreis F29 am Dieprivier-Observatorium, in der Zeit nach dem Regen vom 2. Januar 2021. Die Dürre der Jahre 2019/20 ließ alle Gräser absterben. Es gab danach keine Graspflanzen rund um den Feenkreis mehr, die in Konkurrenz über ihre Wurzeln Wasser hätten aufnehmen können, wie es die Selbstregulierungshypothese fordert. Die Reste der abgestorbenen Grasbüschel oben, am besten sichtbar auf der rechten Seite, sind Teil des ehemaligen Vegetationsgürtels langlebiger Gräser (auch Luxusgürtel oder Perennierender Gürtel genannt), der den Feenkreis 2018 und 2019 umgeben hatte. Der untere Teil der abgebildeten Fläche zeigt die kreisförmige Kahlstelle des eigentlichen Feenkreises. Der Bereich oben links liegt außerhalb des Feenkreises und gehört zum umgebenden Grasland (Matrix), in dem die Graspflanzen nicht abgetötet werden. Die beiden Metallstangen oben rechts schützen das Feuchtesensorsystem vor Oryx und Hyänen, die manchmal die Kabel und die Logger zerstören.
Wie auf dem Video zu sehen ist, keimen in der zukünftigen kahlen Fläche Gräser und einige Nicht-Grasarten gut. Ab dem 1. Februar sterben die Gräser zentral ab. Anschließend schreitet das Absterben nach außen hin fort, bis Ende Februar alle Gräser in der kahlen Fläche tot sind.
Vergleiche auch mit dem Videobeweis 3, der im
Giribesvlakte Observatorium gezeigt wird. In diesem Video wird das unterirdische Tunnelsystem der Sandtermiten durch kleine Sandhaufen angedeutet, die ausgeworfen werden, wenn die Termiten ihre Tunnel in den frühen Morgenstunden reinigen. Die Gräser in der Umgebung sterben einige Tage nach Erscheinen der Sandhaufen ab.
All diese Informationen sind auch in einem Buch über Feenkreise enthalten
Fairy circle book.